Gorillamutter und ihr Kind im Volcanoes NP

Gorilla Safari und Tracking

In Uganda und Ruanda haben Safari-Touristen die Möglichkeit, an einem Gorilla-Tracking („Fährtenlesen“) teilzunehmen und die sanften Riesen aus nächster Nähe zu erleben und bei ihren täglichen Aktivitäten zuzusehen. Das gilt auch für den Besuch von Schimpansen-Gruppen. Die seltenen Berggorillas in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten ist wohl eine der atemberaubendsten Wildtierbegegnungen, die Safari-Touristen in Afrika – wenn nicht sogar weltweit – erleben können.

Für alle, die während ihrer Uganda-Reise an einem Berggorilla-Tracking teilnehmen wollen, haben wir die wichtigsten Informationen als FAQ-Guide (auch zum Download) für eine sorgfältige Vorbereitung zusammengestellt.

Wieviele Gorilla-Gruppen gibt es in Uganda?

Aktuell (Stand Oktober 2018) gibt es 17 Gorilla-Gruppen, die an den Menschen gewöhnt sind und im Rahmen einer Safari-Wanderung von Touristen besucht werden können. Jede dieser Gruppen darf nur einmal pro Tag besucht werden. Touristen müssen mindestens 7 Meter Abstand zu den Tieren halten und dürfen eine Stunde lang Fotos machen.

Welche Nationalparks für Gorilla- und Schimpansen-Trackings?

Was bedeutet „habituiert“ und sind Gorillas gefährlich?

Berggorillas sind von Natur aus sanfte und friedvolle, dem Menschen gegenüber jedoch sehr scheue Tiere. Gruppen, die heute für Touristen zugängig sind, wurden über mehrere Jahre hinweg behutsam an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt. Wenn sich heute der vertraute Ranger gemeinsam mit ihnen annähert, bleiben die Tiere in der Regel ganz entspannt. Nicht habituierte Gruppen würden sich bedroht fühlen und die Flucht ergreifen oder in Angriffshaltung gehen.

Nicht im Hinterhalt aufhalten: Für das dominante Männchen der Gruppe – dies ist in den meisten Fällen der Silberrücken – müssen Teilnehmende stets sichtbar sein. Andernfalls könnte er sie als Bedrohung wahrnehmen.

To do’s and Not do do’s: Verhaltensregeln beim Gorilla

  • Während des Tracks stets in der geschlossenen Gruppe hinter dem Guide bleiben
  • Rucksäcke ablegen, sobald die Gorilla-Gruppe auftaucht – Kamera griffbereit einpacken
  • Stative ähneln durch ihre langen Vorsichtungen zusehr Waffen, daher sind sie verboten
  • Fotografieren nur ohne Blitz
  • Im Abstand von 200 Metern zu den Tieren ist Essen und Trinken untersagt
  • Immer im Blick des dominanten Männchens, dem Silberrücken, bleiben
  • Halten die Tiere selbst den 7-Meter-Abstand nicht ein: Ruhe bewahren, unterwürfige, geduckte Haltung und gesenkter Blick
  • Tiere dürfen nie berührt werden
  • Keine hektischen Bewegungen oder laute Geräusche
  • An Tracking-Ausgangspunkten finden sich WCs mit Waschgelegenheiten. Unterwegs gibt man dem Guide ein kurzes Zeichen und verschwindet im Dickicht. Exkremente müssen stets gut zugeschüttet werden.

Voraussetzung fürs Gorilla-Tracking: Fitness und Gesundheit

Gesund und fit müssen Teilnehmer und Teilnehmerinnen während des Gorilla-Trackings sein. Gesund, denn Gorillas sind uns Menschen sehr ähnlich und leicht anfällig für Erkrankungen. Selbst ein harmloser Schnupfen kann den Gorillas zum Verhängnis werden. Wer sich am Tag des Trackings unwohl fühlt, ist in der Mitteilungspflicht.

Und fit, denn eine Wanderung durch den dichten Urwald kann mehrere Stunden dauern und dem Körper unter dem Einfluss der Höhe einige Kraft abfordern. Die Touren haben verschiedene Schwierigkeitsgrade und werden je nach Kondition der Teilnehmer ausgewählt.

Es gibt verschiedene Schwierigkeitsgrade bei den Tracking-Touren: Diese reichen von 40-minütigen Wanderungen am Fuß der Berge bis hin zu siebenstündigen Touren auf 2000 Metern Höhe. Man muss beachten, dass man an gebietsweise steilen, dicht bewachsenen Berghängen auf rutschigem Boden wandert.

Das Mindestalter für Kinder beim Gorilla-Tracking beträgt 15 Jahre. Auch gesundheitliche Aspekte sind im Vorfeld wichtig: die Teilnehmer dürfen nicht an infektiösen Krankheiten leiden und müssen ein Formular zur vollständigen Impfung ausfüllen. Die meisten Lodges bieten in dieser Zeit Kinderbetreuung an.

Wie läuft ein Gorilla-Tracking ab?

  1. Im Morgengrauen machen Sie sich auf den Weg zum Ausgangspunkt für das Tracking. Je nach Lage Ihrer Unterkunft ist die Fahrstrecke kürzer oder länger. Sie sind vor Ort, wenn die Bergregenwälder zum Leben erwachen und die ersten Lichtstrahlen die Virunga-Vulkane erhellen.
  2. Sie erfahren, zu welcher der ortsansässigen Gorilla-Gruppen Sie wandern und was dabei zu beachten ist. Es ist wichtig, dass Sie die Verhaltensregeln verinnerlichen, damit das Tracking für alle Beteiligten zum Erfolg wird.
  3. Ihr Guide läuft stets vorneweg und macht Ihnen mit Hilfe einer Machete den Weg frei. Beim Durchqueren der dichten Vegetation ist Vorsicht geboten. Haben Sie stets ein wachsames Auge, denn im Dickicht verstecken sich viele andere interessante Urwaldbewohner.
  4. Der Guide zieht die Zweige vom Gebüsch beiseite und plötzlich stehen Sie den Berggorillas gegenüber. Ein tiefer Grunzlaut signalisiert Ihnen: „Herzlich Willkommen. Sie sind unsere Freunde.“ Wiederholt erwidert der Guide dieses Geräusch und auch Sie können den Gorillas damit Ihre friedlichen Absichten kommunizieren. Im Normalfall herrscht eine entspannte Atmosphäre, der Silberrücken hat die Gruppe im Blick, Jungtiere tollen herum und mit etwas Glück präsentieren die Mütter stolz ihren Nachwuchs.
  5. Mit Ankunft bei den Gorillas können Sie eine volle Stunde lang als stille Beobachter am Alltag der Waldbewohner teilhaben und sie beim Fressen, Schlafen, Spielen, bei der Fellpflege und anderen Interaktionen beobachten und fotografieren. Sollten die Gorillas gerade in Bewegung sein, versucht Ihr Guide Anschluss zu halten und Ihnen eine bestmögliche Sicht auf die Tiere zu verschaffen.
  6. Nach Abschluss eines erfolgreichen Trackings erhalten Sie ein Gorilla-Tracking-Zertifikat.

Was ist ein Gorilla-Permit?

Safari-Touristen müssen für ein Primaten-Tracking einen Permit erwerben. Diese Genehmigung stellt die staatliche Wildschutzbehörde Uganda Wildlife Authority (in Ruanda das „Rwanda Development Board“) aus, die den von Rangern begleiteten Besuch einer Gorillafamilie oder Schimpansen-Gruppe erlaubt. Um zu den Tieren zu gelangen, wandern Tracking-Teilnehmer entlang der Gorilla-Pfade durch die dichten Regenwälder bis zum tatsächlichen Aufenthaltsort der Familien.

Limitierung und Kosten eines Gorilla-Permits

Aufgrund starker Limitierung müssen Reisende diesen Permit circa 6 Monate im Voraus buchen. Limitierung bedeutet, es gibt derzeit täglich nur Permits für 14 bis 16  Familien ugandaweit pro Tag mit jeweils 8 Teilnehmern. Ein Permit kostet derzeit 600 US-Dollar und macht damit nicht nur die einmalige Begegnung mit den scheuen Tieren möglich, sondern trägt auch zu deren Schutz bei. Ein Permit in Ruanda kostet derzeit etwa 1500 US-Dollar.

Warum ist der Gorilla-Permit so teuer?

Mit dem Erlös aus den Gorilla-Permits wird der Schutz der Tiere und ihres natürlichen Lebensraums sichergestellt. Denn 20 % der Einnahmen gehen direkt an die umliegenden Gemeinden, um damit Wilderei vorzubeugen. Die Bewohner werden damit für die Bedeutung des Tourismus sensibilisiert, es werden Arbeitsplätze geschaffen und in die Wirtschaft investiert. Außerdem finden die Touren in Kleinstgruppen von maximal acht Personen pro Track statt. Dank regelmäßiger Betreuung und Beobachtung durch Fachpersonal können schnell Veränderungen festgestellt und kranke Tiere von den Gorilla Doctors versorgt werden.

Gorilla-Permit auf eigene Faust buchen?

Den Permit beantragt man theoretisch direkt bei der Uganda Wildlife Authority in Kampala, allerdings wird eindringlich empfohlen, ein Komplettpaket mit einem Safari-Anbieter zu buchen. Damit erleichtert man sich selbst die Logistik und den Transfer zur jeweiligen Gorilla-Gruppe. Wer das Tracking auf eigene Faust organisieren will, erntet am Ende mehr Umstände als Kostenersparnis.

Es kann passieren, dass die zugewiesene habituierte Familie fernab der eigenen Unterkunft liegt und damit eine umständliche Anreise verbunden ist, denn die Straßen nach Bwindi sind nicht immer einfach zu befahren, da der Park weit abseits liegt und für Individualtouristen schwer zugänglich ist.

Safari-Anbieter berechnen normalerweise eine Extra-Gebühr von 60 bis 100 US-Dollar für das Beschaffen eines Permits, da dieser viel organisatorischen Aufwand bedeutet: Telefonate, Registrierung, Money-Transfer, Abholen und Zustellen an die Safari-Touristen. Wer weitere Leistungen wie etwa Transfer/Unterkunft über den Safari-Anbieter bucht, also ein Komplettpaket, bekommt diese Extra-Gebühr in der Regel erstattet.

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