Ethnien

Die Ik

Die Ik sind ein kleines Bergvolk und leben im Nordosten Ugandas und in Kenia. Die Ik sind auch unter dem Namen Teuso bekannt, eine Bezeichnung, die ihnen von benachbarten Stämmen gegeben wurde. Sie sprechen Icetot, eine ostsudanesische Sprache.

Von den Ik leben etwa 5.800 in Uganda und 1.200 in Kenia. Wissen über dieses Volk wurde von dem Anthropologen Colin Turnbull überliefert, der 1965-1966 zwei Jahre bei den Ik verbrachte. Dieser Aufenthalt war geprägt von einer schrecklichen Dürre und Hungersnot.

Der Forscher lernte die verbitterte Seite des Volkes kennen, nachdem die Ik aus ihrem einstigen Lebensraum, dem fruchtbaren Kidepo-Tal, vertrieben wurden. Ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse dieses Volkes, dessen Kulturen und Werte, beschloss die Regierung, an dieser Stelle den Kidepo-Valley-Nationalpark zu errichten.

Dieses Vorhaben hat den Ik sämtliche Lebensgrundlagen geraubt und ihnen das Glück genommen. Das ursprüngliche Jäger- und Sammlervolk wurde zu Sesshaftigkeit und Landwirtschaft in einer unwirtlichen Gegend gezwungen.

Das Buch „The Mountain People“ (auf deutsch „Das Volk ohne Liebe. Der soziale Untergang der Ik“) beschreibt diesen sozialen Wandel, die Gefühlswelt dieses Volkes und die aus den Veränderungen resultierende Verbitterung.


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Die Karamojong

Die Karamojong sind ein halbnomadisches Hirtenvolk im trockenen Nordosten Ugandas. Sie bewohnen vor allem den südlichen Teil der Provinz Karamoja. Insgesamt bilden sie sechs verschiedene ethnische Gruppen, die in einem für Europäer undurchsichtigen Clansystem zusammenleben. Die Karamojong sprechen innerhalb ihrer Untergruppen jeweils einen eigenen ostnilotischen Dialekt. Sie können sich mit näher verwandten Völkern wie den Turkana, Toposa, Dodoth und Jie mit dieser Sprache verständigen.

Im Leben der Karamojong spielt das Vieh eine zentrale Rolle. Ihr ganzes Denken, ihre Werte und Zahlmittel werden an den Tieren gemessen. Die Karamojong hegen den Glauben, dass alles Vieh des Landes ihnen gehören solle. Darum kommt es häufiger zu Viehdiebstählen unter den Völkern. Diese Praktiken waren über Jahrzehnte hinweg für viele Clans normal und der Viehdiebstahl untereinander, aber auch von anderen Stämmen und sogar über die Grenze zu Kenia hinweg wurde regelrecht als Sport betrieben.

Daraus entwickelte sich ein regelrechter Viehkrieg, wobei die bewaffneten „Cattle Rustler“ bei nächtlichen Aktionen ganze Viehherden stahlen. Durch die weite Verbreitung von automatischen Gewehren waren diese Überfälle von Gewalt, Brutalität und Tod geprägt. Stämme und Gruppen ohne moderne Waffen wurden einfach überrannt. Zahlreiche Versuche des ugandischen Staates, die Karamojong in die Selbstverwaltung ihres Gebietes mit einzubinden und damit Frieden zu schaffen, scheiterten. Es gelang auch nicht, alle Waffen zu registrieren bzw. einzuziehen.

In den Jahren 1999 und 2000 kam es bereits wieder zu erheblichen bewaffneten Auseinandersetzungen um Viehbestände in Karamoja, in deren Folge abermals mehrere hundert Menschen starben. Im darauffolgenden Jahr startete die ugandische Regierung ein groß angelegtes Entwaffnungsprogramm, um eine dauerhafte Befriedung Karamojas zu erreichen. Bedauerlicherweise scheiterte dieses Vorhaben, da nur 9.000 der geschätzten 100.000 Handfeuerwaffen konfisziert werden konnten.

Ein weiterer Grund für das Verhalten der Karamojong ist, dass es neben den spärlichen Einkünften aus der Viehzucht und Landwirtschaft in der kargen Region keine alternativen Einkommensmöglichkeiten gibt. Die Waffen wirken eine enorme Anziehungskraft auf die Karomojong und geben ihnen das Gefühl von Macht. All diese Umstände führen zu gewaltsamen Viehdiebstählen, Waffenhandel oder Schmuggel. Eine wichtige Rolle spielen touristische Einnahmen für die Region Karamojas, einer landschaftlich hochinteressanten Gegend.


Safariexperte Jörg Ehrlich im Interview

Der Uganda-Spezialist war mehrfach auf Gorillatracking und kennt diese Art der Tierbeobachtung aus erster Hand. In packenden Vorträgen berichtet Jörg von seinen Elrebnissen in Afrika und speziell von den Gorillabeobachtungen. Erst im April 2013 war Jörg erneut in Ruanda und Uganda und hat in beiden Ländern Gorillafamilien besucht.

Der Uganda-Reise-Experte steht uganda.de für Fragen der Leser zur Verfügung.


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