Queen Elizabeth Nationalpark

Der 1978 km² große Queen Elizabeth Nationalpark (3/4 der Fläche des Saarlandes) liegt ganz im Westen Ugandas und wurde 1952 gegründet. Mit seinen vielfältigen Landschaftsformen und einigen sehr sehenswerten Natur-Highlights ist er ein beliebter Nationalpark. Wir stellen die Ausflugsorte und besonderen Stellen zur Tiersichtung vor!

Tiere im Queen Elizabeth Nationalpark

Ursprünglich lebten schätzungsweise 4000 Elefanten im Queen Elizabeth, deren Zahl in den 80er Jahren auf nur knapp 200 Einzeltiere sank. Heute hat sich die Tierwelt wieder deutlich erholt und regeneriert und es werden 3000 Elefanten geschätzt, die den Weg der Besucher auch immer wieder kreuzen und sogar in die Lodgecamps kommen. Der Tierbestand wird jedoch nach wie vor bedroht durch in den Park eindringende Hirten mit großen Viehherden und durch Wilderei.

Im Park leben außerdem große Herden von Kaffernbüffeln, in Wassernähe halten sich Defassa-Wasserböcke auf, seltener und versteckt leben hier Buschböcke, Bohor-Riedböcke, verschiedene Duckerarten und die scheue Sitatunga-Antilope. Neben dem Warzenschwein kommt das Pinselohrschwein vor. Große Raubtiere wie Baumlöwen und Leoparden sind selten geworden, haben aber gesicherte Bestände.

In den 70er und 80er Jahren erlebte die Anzahl der im Queen Elizabeth Nationalpark lebenden Tiere ihren Tiefpunkt, als Folge der blinden Ausrottung durch die Armee des brutalen ungandischen Diktators Idi Amin, der von 1971 bis 1979 herrschte, sowie durch die Hand seines Nachfolgers.

Landschaft und Safari im Queen Elizabeth Nationalpark

Büffel beim Bad im Kazinga-Kanal
Büffel beim Bad im Kazinga-Kanal

Der Queen Elisabeth NP hat eine sehr vielseitige Landschaft und reicht von offener Savanne über Buschland, Sümpfe, Flüsse und Seen bis hin zu tropischen Feuchtwäldern.

Im grünen Dickicht nahe der Mweya Peninsula am unteren Ende des Kanals leben Büffel sowie Elefanten. Wer auf „Löwenjagd“ gehen möchte, trifft die Raubtiere höchstwahrscheinlich im östlichen Teil des Kasenyi Flachlands, am oberen Teil des Kanals. Empfehlenswert sind Game Drives am Morgen sowie am frühen Nachmittag.

Der Kazinga-Kanal: Anfahrt, Dauer und Kosten

Eine natürliche Wasserstraße, der 32 bis 40 km lange Kazinga-Kanal zwischen dem Lake Edward im Westen und dem Lake Georg im Osten, teilt den Park in zwei Abschnitte. Entlang des Kanals auf einer Flussfahrt „wasserzuwandern“ gibt ganzjährig Blicke auf ein sehr artenreiches Wildtierleben am Ufergebiet frei, Säugetiere sowie Reptilien laben sich am Wasser.

Die etwa 2-stündige Fahrt über den Kazinga-Kanal ist keine Fahrt mit einem Speedboat über die gesamte Länge des Kanals, vielmehr steuert ein Bootsführer von der Ablegestelle aus verschiedene Punkte am Ufer an, wo sich die (recht unscheuen) Tiere in der Sonne baden. Zu den häufigsten Tieren gehört der Wasserbüffel, Hippos, Elefantenfamilien und Wasservögel wie der Kingfisher (auch die europäische Möwe hat den Ort zum Überwintern entdeckt). Von dort aus lassen sich selbst die „Ganz Großen“ aus nächster Nähe fotografieren.

Der Startpunkt für ein Kazinga-Boatcruise ist die Mweya Safari Lodge, in deren Hotellobby man 40 USD bezahlt und damit einen Entry Permit der Uganda Wildlife ausgestellt bekommt. Unterhalb der Lodge starten die Boote zweimal am Tag. Tipp: Vorher anrufen und nach der tatsächlichen Ablegezeit fragen, je nach angemeldeter Gruppengröße kann es nachmittags zu Verschiebungen von einer Stunde kommen.

Da der Ableger der Kazinka-Kanal-Boote etwas verwinkelt am Nordufer liegt, ist die Anreise aus dem nördlichen Parkteil einfacher als aus dem südlichen (was eventuell bei der Planung der Unterkunft wichtig sein könnte). Von der Queen Elisabeth Bush Lodge, die am Südufer des Kazinga-Kanals liegt, fährt man mit dem Auto via Ntungamo-Katunguru-Road etwa 45 min.. Die Anreise ist allerdings unkompliziert und unterwegs kreuzen stets Elefantenherden die Straße.

Der Lake-Edward mit Halbinsel

Besonders idyllisch ist die Mweya Halbinsel im Lake Edward, die viele schöne Sightseeing-Aktivitäten in konzentrierter Form sowie außergewöhnlich schöne Unterkünfte bietet – ein Erkunden ist allerdings nur mit einem Ranger möglich.

Das Tierschutzgebiet Kyamboura Reserve

Ein weiteres Ausflugshighlight ist die dicht bewaldete Kyambura Schlucht, auch “Valley of Apes” genannt, wo eine etwa 16-köpfige Schimpansen-Population lebt, die dort seit dem Verschwinden eines Korridors zu ihrer eigentlichen Heimat isoliert leben und an Menschen gewöhnt sinf. Speziell am Morgen während der Futtersuche geht es dort tierisch laut zu und daher ist es die beste Zeit für eine Schimpansen-Tracking-Safari.

Die Kyambura Schlucht ist 100 Meter tief, am breitesten Teil 1 km groß und liegt am äußersten nördlichen Rand des Queen Elizabeth Nationalparks. Der gleichnamige Fluss Kyambura fließt durch sie hindurch und sorgt mit dem tropischen Regenwald für eine besonders hohe Konzentration an Biodiversität ugandaweit.

Auch die nahe Umgebung ist sehenswert: Im Norden grenzt das Ruwenzori-Gebirge an den Queen Elizabeth Nationalpark an. Im Nordwesten liegt das Krater-Hochland mit seinen über 30, zum Teil mit Wasser gefüllten Kratern.

Beste Reisezeit im Queen Elizabeth Nationalpark

Der Park ist mit Allradfahrzeugen das ganze Jahr über befahrbar. In der Regenzeit sind die Gebiete vor allem im Süden des Parks nur eingeschränkt erreichbar. Die besten Reisemonate sind daher die Zeiträume von Juni bis September oder Dezember bis März.

Anreise zum Queen Elizabeth Nationalpark

Der Nationalpark liegt etwa 5 bis 6 Stunden westlich von der Hauptstadt Kampala entfernt und ist via Mbarara über eine geteerte Straße zu erreichen, die bis zum Anfang des Parks führen. Die Anreise ist daher recht unkompliziert und unterwegs kommt an man an gebirgigen Teeplantagen und kurz vor Erreichen des Parks an einer kleinen Kraterlandschaft vorbei.

Wer über Bwindi am nördlichen Ende des Parks anreist, fährt auf einer Schotterstraße. Wer vom Süden her einreist und den Queen Elizabeth mit einem Besuch des Bwindi Impenetrable Nationalpark verbindet, fährt über den Ishasha Sector.

Gut erreichbar, nahe an den Aktivitäten und sehr stilvoll eingerichtet: Die Queen Elisabeth Bush Lodge direkt am Ufer des Kazinga Kanals … Hier kommt auch mal ein Hippo beim Dinner vorbei!

Wer den Queen Elisabeth Nationalpark in eine Rundreise einbetten möchte, findet hier eine Reiseroute voller ugandischer Highlights – ein Eintrittsgelder, Währungsrechnen und Lodgebuchung müssen sich Reisende dabei keine Gedanken machen. Alles wird organisiert.